Alumni-Insights: „Lebensläufe müssen nicht hundert Prozent gerade sein, um Karriere zu machen!“

Neu-Ulm, 13.06.2019

Christian Retz, Gründer und Geschäftsführer von divia, einer Full-Service Digitalagentur und Beratung mit Fokus auf die hochqualifizierte Vermarktung von komplexen B2B-Produkten und Dienstleistungen, berichtete beim Business Lunch der Fakultät Wirtschaftswissenschaften von seinem Berufseinstieg. Den rund 35 interessierten Studierenden stellte er seinen persönlichen Werdegang als Alumnus der HNU vor.

Was und wann genau haben Sie an der HNU studiert?

Ich habe bis 2009 Betriebswirtschaft auf Diplom studiert. Meine damaligen Schwerpunkte waren strategisches Vertriebsmanagement und Informationssystemmanagement. Diese Kombination war damals etwas Ungewöhnliches, lässt sich aber aus meinen Interessen gut erklären. Ich sehe mich einerseits als „Techi“, der großes Interesse und entsprechende Vorkenntnisse rund um die IT mitgebracht hat. Andererseits sehe ich mich auch als klassischer „BWL’er“, dem das strategische Geschäft liegt und große Freude macht.

Was haben Sie aus Ihrem Studium für Ihren heutigen Job mitgenommen?

Meine Schwerpunktwahl passt natürlich zu meinem heutigen Job ganz gut: Ich berate hauptsächlich im Bereich des digitalen Marketings. Ich erinnere mich aber auch noch an die Veranstaltung zu Verhandlungstaktiken. Das ist für meine Tätigkeit heute als Geschäftsführer essentiell. Man könnte die Inhalte von damals sogar als „Evergreen“ bezeichnen. Ich schaue aber auch sonst noch regelmäßig in alte Unterlagen und Bücher.

Wie blicken Sie heute auf Ihre Studienwahl zurück?

Meine Studienwahl war etwas kompliziert. Zunächst habe ich ein Studium der Wirtschaftsinformatik an der Universität Stuttgart begonnen -  das schien mir eine ideale Kombination aus technischen und betriebswirtschaftlichen Inhalten, die mich interessieren. Allerdings war mir das zu wenig auf die Praxis bezogen. Ich habe dann in den Studiengang Wirtschaftswissenschaften an der Universität Hohenheim gewechselt. Aber auch das war zu theoretisch. Erst an der Hochschule Neu-Ulm hatte ich dann das Gefühl da zu sein, wo ich hinmöchte. Das kann ich auch nur jedem mitgeben: Lebensläufe müssen nicht hundert Prozent gerade sein, um Karriere zu machen. Wichtig ist, dass man für sich die richtigen Entscheidungen trifft.

Aus heutiger Sicht, würden Sie alles noch einmal so machen?

Grundsätzlich ja. Außer: Während meiner Abschlussphase habe ich bereits Vollzeit gearbeitet. Dadurch wurde es insbesondere mit der Diplomarbeit am Ende stressig. Ich habe drei Stunden vor dem Ende der Deadline erst abgegeben – Punktlandung sozusagen! Aus heutiger Sicht würde ich versuchen, eine bessere Balance zwischen Arbeit und Studium zu finden, um nicht zu viel unnötigen Stress zu erzeugen.

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