Fairtrade Kaffee überzeugt erneut mit gutem Geschmack

Hochschule Neu-Ulm und Landkreis Neu-Ulm organisieren Blindverkostung und krönen Fairtrade Kaffee als Gewinner

move-Mitarbeiterin Eva bei der Kaffee-Ausgabe

Bereits zum dritten Mal veranstaltete move eine Kaffee-Blindverkostung. Diesmal führte es das Team zu der Weihnachtsfeier des Landkreises Neu-Ulm. Florian Drollinger, Klimaschutzmanager des Landkreises, initiierte die gemeinsame Aktion. Er arbeitet unter anderem im Rahmen des Projekts „Gemeinsam Mobil“ mit der Hochschule Neu-Ulm zusammen und ist daher auch mit den Aktionen der studentischen Initiative vertraut. Durch den regelmäßigen Austausch zwischen der HNU und Herrn Drollinger entstand die Idee, gemeinsam Fairtrade Aktionen durchzuführen und sich gegenseitig zu unterstützen.

Kaffee-Blindverkostung auf der Weihnachtsfeier der Stadt Neu-Ulm

Auf der Weihnachtsfeier der Stadt Neu-Ulm konnten alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landratsamtes an der Kaffee-Blindverkostung teilnehmen. Zur Auswahl standen vier verschiedene Kaffeesorten: zwei Markenkaffees und zwei fair gehandelte Bio-Kaffees. In welcher Kanne sich welcher Kaffee befand, war dabei für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht ersichtlich. Nacheinander und unvoreingenommen konnten sie sich durch die vier angebotenen Sorten probieren und am Ende für ihren Favoriten abstimmen. Die Abstimmung erfolge durch verschiedene Chips. Grün stand für „der Kaffee schmeckt mir“ und rot für „der Kaffee schmeckt mir nicht“. Die Chips konnten nach der Probe in die entsprechenden Boxen vor den Kaffeekannen geworfen worden.


Nach der Blindverkostung zählte „move“ die Stimmen aus. Rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten mitgemacht und für ihren Favoriten abgestimmt. Der eindeutige Gewinner am Ende war ein fair gehandelter Bio-Kaffee. Move führte eine Kaffee-Blindverkostung bereits zum dritten Mal durch. Das erste Mal, im März 2017, unterstützte die das studentische Team die HNU auf ihrem Weg zur Fairtrade University. Wiederholt wurde die Aktion im Dezember 2017 auf dem Neu-Ulmer-Weihnachtsmarkt. In Zusammenarbeit mit der Fairtradesteuerungsgruppe der Stadt Neu-Ulm durften Weihnachtsmarktbesucherinnen und Besucher Kaffees probieren, bewerten und wurden über fairen Anbau von Kaffee informiert. Bei allen drei Veranstaltungen setzte sich der Fairtrade Kaffee gegenüber dem Markenkaffee durch und beweist sich damit als echte Alternative zu herkömmlichen Kaffee.

Der Müllberg steigt und Deutschland sitzt oben drauf!

Der Klare Kante Unverpackt-Laden in Weißenhorn

Kaum eine andere Nation in der EU produziert so viel Verpackungsmüll wie Deutschland! Die vor kurzem vom Umweltbundesamt veröffentlichten Zahlen zeigen dies deutlich auf. Verantwortlich hierfür sind zu gleichen Teilen die Industrie und die Verbraucher. Das Umweltbundesamt sieht unter anderem folgende Gründe als Ursache: kleinere Portionen, Versandhandel sowie Essen und Trinken zum Mitnehmen. Da uns dieses Thema alle angeht, hat sich HNU move mit André Wieland, dem Eigentümer des Klare Kante Unverpackt-Ladens in Weißenhorn, unterhalten.

Interview mit André Wieland

Wie kam es dazu, dass Sie einen Unverpackt-Laden in Weißenhorn eröffnet haben?
Ich habe privat schon immer Müll vermieden. Bei einem Urlaub in Kroatien war es entsetzlich, wie viel Müll von Italien aus an die kroatische Küste angeschwemmt worden war. Der ganze Strand war voll und das die ganze Woche lang. Deshalb wollte ich meine Bemühungen zur privaten Müllvermeidung verschärfen, indem ich beispielsweise in einem Unverpackt-Laden einkaufe. Als ich keinen dieser Läden in der Nähe finden konnte, war die Idee geboren. Zunächst wollte ich per crowd funding herausfinden, ob hier überhaupt Interesse besteht. Das crowd funding hat zwar nicht funktioniert, auch da die Menschen das Prinzip dahinter nicht verstanden haben, jedoch habe ich darüber hinaus sehr viel positives Feedback erhalten und viele Menschen wollten mich unabhängig vom crowd
funding unterstützen. So ist das Projekt immer weiter fortgeschritten. Ich hatte Lieferanten, einen Laden und vieles mehr und irgendwann war ich an einem Punkt, an dem es kein Zurück mehr gab.

Ihr Laden besteht jetzt seit ca. einem halben Jahr. Wie wird er angenommen?
Für ein so kleines Nest, 14.000 Leute mit Umkreis, ist die Resonanz wirklich gut. Ich habe viele Stammkunden, auch da das Einkaufen bei mir etwas Planung mit sich bringt. Es kommen sogar viele Kunden von weiter weg, die dann einen Großeinkauf erledigen.


Wie kommen die Lebensmittel zu Ihnen in den Laden?
Wenn ich die Lebensmittel, kaufe kommt alles, was möglich ist, in Kraftpapier verpackt an. Meine Lieferanten suche ich nach diesem Kriterium aus. Das geht aber leider nicht bei allen Produkten . Zum Beispiel muss Salz in eine große 25 kg Plastiktüte verpackt werden, die dann aber für 600 Leute reicht. Das ist ein guter Kompromiss. Ich achte immer darauf in großen Mengen einzukaufen. Unsere lokalen Lieferanten, wie unser Kaffeeröster, liefern die Lebensmittel auch in großen Mehrwegdosen, die sie dann wieder mitnehmen. Unser Nudelmacher liefert seine Nudeln in den Getreidesäcken, in denen er sein Getreide bekommt.

Wie hygienisch ist das dann?
Die Produkte haben nie Kontakt nach außen. Bei mir werden die Produkte direkt in die großen Dosen (30 l) eingefüllt und luftdicht verschlossen.


Wo kommen Ihre Produkte her?
Vieles beziehen wir regional, aber auch von Bio-Großhändlern. Es gibt natürlich auch viele Hygienevorschriften, die man beachten muss. Fast alle Produkte sind Bio. Eine Ausnahme stellt auch hier das Salz dar, denn es gibt keine Bio-Felder auf der Welt, die Salz produzieren. Außerdem ist die Kaffeerösterei aus kostentechnischen Gründen nicht Bio, da sie dafür zu klein ist.


Wie weiß der Kunde wie lang die Produkte haltbar sind?

Den Kunden suche ich das Mindesthaltbarkeitsdatum auf Nachfrage gern aus meiner Liste heraus.


Wie viel eines Produktes muss ich mindestens kaufen?
Ab 2 Gramm kann man gern alle Produkte kaufen. Das ist gerade für Single Haushalte oder zum Probieren von Neuem ein großer Vorteil. Denn oft muss man dann gleich eine große Menge kaufen. Auch wenn man etwas nur einmal braucht steht die große Packung oft so lange herum bis man denkt, dass es nicht mehr gut ist und so wird das Lebensmittel fast unberührt weggeworfen. Gerade auch bei Gewürzen, die schnell ihr Aroma verlieren, wie zum Beispiel Lorbeerblättern, stellt das punktgenaue Abfüllen einen großen Vorteil dar. Auf der anderen Seite kommen auch viele Großfamilien, die sich ihr 5 Liter Nudelgefäß volllaufen lassen.

Wie funktioniert der Einkauf?
Generell darf man bei mir alles selbst machen. Man darf sich abfüllen was man möchte und wenn es dann zu viel war, fülle ich auch gern wieder etwas zurück. So kann man auch ein Gefühl für Masse entwickeln. Der Einkauf bei mir soll Spaß machen. Zuerst wird das Gefäß, sofern man eines mitgebracht hat, abgewogen und man schreibt selbst auf das Gefäß wie sein Leergewicht ist. Der Kunde kann jedoch auch Behälter bei mir kaufen. Dann kann man sich abfüllen was man möchte und zuletzt wiege ich das Gefäß ab und berechne den Preis.


Wo siehst du die Herausforderung als Betreiber eines plastikfreien Supermarkts?
Ich muss viel arbeiten für einen Einzelhandel. Man muss viel kontrollieren, fast jeden Tag die Schüttspender durchgehen, da es natürlich gerade bei Bio Produkten schon im Sack zu einem Schädlingsbefall kommen kann. Deshalb kontrolliere ich, dass alles sauber und gut verschlossen ist. Das alles ist für mich allerdings kein Nachteil. Ich wusste ja vorher, was auf mich zu kommt.


Und Vorteile, die wir noch nicht angesprochen haben?
Es gibt viele Alternativen zu bestehenden Sachen. Statt Alufolie Bienenwachstücher, statt flüssigem Shampoo festes Shampoo, statt herkömmliche waschbare Abschminkpads, statt normale Zahnbürsten Bambuszahnbürsten, statt der Zahnpastatube Zahnpastatabletten und vieles mehr von kleinen Unternehmen, die sich da wirklich Gedanken machen.

Ihr wollt mehr über den Plastikfreien Supermarkt Klare Kante in Weißenhorn wissen?
Für mehr Infos: www.facebook.com/regional.fair.plastikfrei

Interview und Text: Eva Werner

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Du hast es in der Hand!

Er studiert Wirtschaftsingenieurwesen an der HNU, schreibt momentan seine Bachelorarbeit und hat Anfang 2018 das Start-up Fairbrush gegründet. Inhaber Enrico Barardone ist 24 Jahre alt und möchte mit seinen Bambuszahnbürsten die Welt verändern. Seine Idee: Für jede verkaufte Fairbrush-Zahnbürste wird eine Fairbrush-Zahnbürste an bedürftige Kinder gespendet. Zusätzlich werden die Kinder mit Hilfe von Schulungen über die Bedeutung von Mundhygiene und Umweltschutz aufgeklärt. Wie er das alles mit seinem Studium unter einen Hut bringt, lest ihr in diesem Interview. Ein Gespräch über Motivation, Stolz und Nachhaltigkeit.

Enrico Berardone [24] mit den Mitarbeiterinnen Lilly Meyer und Paula Gressmann von HNU Move beim Interview.
Die Fairbrush-Zahnbürste aus Bambus.
Interview mit Enrico Barardone

Du schreibst momentan deine Bachelorarbeit an der HNU. Über was für ein Thema schreibst du?
Meine Bachelorarbeit schreibe ich über mein Start-up Fairbrush, welches ich Anfang des Jahres gegründet habe. Es geht darum, wie man ein Geschäftsmodell zu einem nachhaltigen Geschäftsmodell transferiert und somit alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit berücksichtigt. Das heißt, dass man nicht nur auf ökonomische Themen achtet, sondern auch auf soziale und ökologische.

Welche langfristigen Ziele verfolgst du mit deinem Start-up „Fairbrush“?
Das Geschäftsmodell ist bewusst auf den drei Säulen der Nachhaltigkeit aufgebaut. Alleine in Deutschland werden jeden Tag über eine halbe Million Plastik-Zahnbürsten weggeworfen. Das sind täglich Unmengen an vermeidbarem Müll. Deswegen sind die Zahnbürsten von Fairbrush aus Bambus, anders als herkömmliche Zahnbürsten. Neben dem ökologischen Produkt an sich, verfolgen wir einen sozialen Ansatz: Für jede verkaufte Zahnbürste spendet Fairbrush eine Zahnbürste an Kinder der Dritten Welt. Zusätzlich werden die Kinder von uns über die Wichtigkeit von Mundhygiene und Umweltschutz aufgeklärt.

Was war deine Motivation für die Gründung von Fairbrush?
Der Hauptauslöser, war eine Strategievorlesung innerhalb des 6ten Semesters meines Studiums. In dieser Vorlesung wurde die Thematik Nachhaltigkeit behandelt. So stellte unser Professor auch mehrere nachhaltige Geschäftsmodelle vor. Da habe ich mir gedacht, warum gibt es denn nicht mehr solche Unternehmen, ist doch eigentlich voll genial. Ein Unternehmen, das Geld verdient, aber gleichzeitig einen Mehrwert für die komplette Gesellschaft schafft. Dann habe ich mir überlegt, was ich als Student machen kann und dann sind mir die Zahnbürsten eingefallen. Diese sind leicht, klein und nicht teuer. Ich habe mit verschiedenen Leuten über meine Idee geredet, die fanden die Idee super und dann habe ich mir überlegt, wie ich das mache.

Wie ging es dann weiter?
Nachdem ich die Idee hatte, war ich für ein Auslandssemester in Finnland. Glücklicherweise waren alle Fächer sehr hilfreich für die Gründung von Fairbrush. Beispielsweise hatte ich ein Fach, in dem um die Konzeption eines Onlineshops ging. Ich schlug meiner Gruppe vor, einen Online-shop für Fairbrush zu gestalten und sie waren einverstanden. In einem anderen Fach musste ich Pitches vorbereiten, in einem anderem hatte ich Projektmanagement und Budgetplanung. Alles Themen, die ich anschließend für mein Start-up anwenden konnte. Ja, so hat sich das ergeben (lacht).

Dein Know-how zur Unternehmensgründung hast du also im Studium gewonnen?
Ich hatte eine Vorlesung in Unternehmensführung an der HNU, die mir viel gebracht hat. Zusätzlich hatte ich ein paar Vorlesungen in Finnland. Aber ich glaube, Unternehmensführung lernt man nicht aus dem Buch. Am meisten habe ich gelernt, indem ich Sachen einfach gemacht habe und auf das, was passiert ist, reagiert habe.

Wie kamst du zu deinem Startkapital?
In Finnland habe ich an einem Wettbewerb teilgenommen. Das war eigentlich reiner Zufall. Ich habe für eine Vorlesung einen Pitch vorbereiten müssen. Zwei Wochen später habe ich dann eine E-Mail von der Hochschule über einen Wettbewerb bekommen, bei dem man seine Geschäftsidee vorstellen kann. Bei diesem Wettbewerb habe ich mich dann beworben und den ersten Preis gewonnen. Das Preisgeld habe ich in 1000 Zahnbürsten investiert. 500 davon habe ich gleich gespendet, die anderen 500 verkaufe ich aktuell.

Was war dein absolutes Highlight bis jetzt?
Also mein Highlight war auf jeden Fall die Spendentour mit zwei Freunden in Asien. Es war einfach unglaublich zu sehen, wie sich die Kinder über eine Zahnbürste gefreut haben. Sie haben sich über das Geschenk gefreut und darüber, dass wir da waren ihnen etwas beibrachten und uns für sie Zeit genommen haben. Daher ist es auch immer ein Highlight für mich, wenn eine neue Bestellung bei mir eingeht.

Wie bekommst du das alles mit dem Studium unter einen Hut? Zudem bist du Inhaber und der einzige Mitarbeiter von Fairbrush.
Also in der Vorbereitungsphase in Finnland habe ich sehr viel gemacht, aber dort hatte ich auch nicht viele Vorlesungen. Heute mit meinem Nebenjob ist es wirklich eng, weshalb ich gerade auch nicht viel Marketing betreibe. Aber sobald ich Semesterferien habe, möchte ich wieder mehr an Fairbrush arbeiten. Ich werde nach meiner Bachelorarbeit ganz normal Vollzeit bei einem Unternehmen arbeiten und Fairbrush nebenher betreiben. Dann mal schauen, was passiert. Eventuell möchte ich bald verschiedene Varianten der Fairbrush einführen, zum Beispiel verschiedene Farben.

Was wünscht du dir für die Zukunft?
Ich möchte von mir sagen können, dass ich etwas bewegt habe.

Deine Message an die HNU-Studenten?
Wenn ihr eine Start-up-Idee habt, dann tut es. Macht es einfach. Man lernt so viel dabei, und ihr habt nichts zu verlieren. Und macht euch bitte mehr Gedanken zum Thema Nachhaltigkeit. Oft kann man auf kleine Dinge verzichten, zum Beispiel auf Flyer, die sowieso in die Mülltonne wandern. Wir sind die Generation, die etwas ändern muss und Nachhaltigkeit fängt bei einem Selbst an.

Ihr wollt mehr über die Fairbrush wissen?
Für mehr Infos: www.fairbrush.de

Neu-Ulm, 02.07.2018
Interview und Text: Lilly Meyer, Paula Gressmann

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Die HNU auf dem Weg zur Fairtrade-University

Nachhaltige Kosmetik im Rahmen des Vorstellungstages der studentischen Initiativen

MOVE-Infostand im Foyer der HNU

Das studentische Team move der Hochschule Neu-Ulm organisierte für den Infomarkt der studentischen Initiativen am 21. März eine Aktion rund um das Thema nachhaltige und faire Kosmetik. Um neben den Informationen über Zertifikate, Inhaltsstoffe und Tierversuche eine Selbsterfahrung zu ermöglichen, konnten Produktproben von Dr. Hauschka verteilt werden. Die nachhaltig produzierten Masken, Hand- und Körpercremes stießen bei den Studierenden auf großes Interesse.

Nachhaltige und faire Kosmetik

Wer sich in deutschen Drogeriemärkten umsieht, wird es bemerkt haben: Kosmetik mit fair produzierten und nachhaltigen Inhaltsstoffen, die ohne Tierversuche hergestellt wird, gewinnt zunehmend an Bedeutung. Die Motive um auf sogenannte „grüne“ Kosmetik umzusteigen, können ganz unterschiedlich sein. Ein Beweggrund kann die Vermeidung von Verpackungsmüll sein, ein anderer die faire Produktion der Inhaltsstoffe oder die Vermeidung von Tierversuchen.

Täglich produzieren die Menschen weltweit große Mengen Müll, wovon ein nicht unbeträchtlicher Anteil auf Verpackungsmaterialien entfällt. Diese schwer abbaubaren Substanzen (Kunststoffe, Alufolie, beschichtete Papiere u. A.) werden oftmals unbedacht weggeworfen und gelangen insbesondere in Ländern, in denen keine bzw. eine unzureichende Müllentsorgung vorhanden ist, direkt in Meere und Ozeane, in denen sie sich zu schwimmenden Plastikmüllinseln formieren. Über die Nahrungskette gelangen die Materialien in den Organismus von Mensch und Tier. Ein Verzicht auf Verpackungsmaterial liegt deshalb nahe. Wer Verpackungsmüll vermeiden möchte, kann sich in spezialisierten Geschäften, zum Beispiel Original Unverpackt oder Lush, umschauen. Hier werden unverpackte Pflegeprodukte, wie Haarwaschseife und Körperbutter, angeboten. Ein kleiner Schritt mit Wirkung ist der Umstieg auf große Verpackungseinheiten bei häufig benutzen Lieblingsprodukten. So lässt sich ganz einfach der Plastikverbrauch verringern. Experimentierfreudige können auch selbst Shampoo herstellen, beispielsweise aus Roggenmehl.

Es gibt viele gute Gründe, um auf fair produzierte Inhaltsstoffe zu achten. Die Produzenten bekommen dadurch eine leistungsgerechte Bezahlung und beziehen ein stabileres Einkommen. Alle Erzeuger erhalten eine Fairtrade-Prämie, die in langfristige und gemeinnützige Projekte, wie zum Beispiel Bildung, investiert werden kann. Mit dem Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit kann Kindern der Schulbesuch und Frauen ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht werden. Zudem profitieren die Arbeitskräfte von deutlich besseren Standards in Sachen Gesundheitsschutz. Der Kauf von Fairtrade-Produkten ist deshalb keine einmalige Spende, sondern leistet einen nachhaltigen Anteil zur Verbesserung der Lebensbedingungen. Zudem ist die Produktivität von Fairtrade-Kleinbauern meist höher und es entstehen weniger Reste und Ausschussprodukte.

Da „Naturkosmetik“ kein geschützter Begriff ist, kann man als Konsument leicht die Orientierung verlieren. Um Studierende auf ihrer Suche nach fairer Kosmetik zu unterstützen, konnte MOVE darüber aufklären, welche Siegel und Zertifikate welche Bedeutung haben und auf was Studierende beim Kauf von Kosmetik achten sollten.

Wer einen besonderen Wert auf Produkte legt, welche nicht an Tieren getestet wurden oder tierische Inhaltsstoffe beinhalten, der sollte beim Kauf auf das Zertifikat „VeganBlume“ achten. Das Zertifikat garantiert den Konsumenten, dass die damit ausgezeichneten Produkte ohne tierische Inhaltsstoffe und tierversuchsfrei sind. Das von der Vergan Society England vergebene Siegel kennzeichnet nicht nur Kosmetikprodukte, sondern auch vegane Lebensmittel.

Um das Fairtrade Logo verwenden zu dürfen, muss eine bestimmten Menge an Fairtrade-zertifizierten Rohstoffen enthalten sein. Bei „leave-on“ Produkten (z. B. Cremes und Make-up) müssen dies mindestens 5 Prozent der Inhaltsstoffe sein. Bei „wash-off“ Produkten (z. B. Duschgel und Shampoo) mindestens 2 Prozent. Die Berechnung erfolgt bei beiden Produktformen jeweils auf Grundlage aller Inhaltsstoffe inklusive Wasser.

Das move-Team bedankt sich herzlich bei denn`s Biomarkt Neu-Ulm, der 150 Kosmetikproben von Dr. Hauschka zur Verfügung stellte.

Ein Blick über den „Kaffeetassenrand“ hinaus

Die HNU im Rahmen der Bewerbung als Fairtrade University of Applied Sciences zu Gast auf dem Neu-Ulmer Weihnachtsmarkt mit Fairtrade-Kaffee

Kaffee-Blindverkostung auf dem Neu-Ulmer Weihnachtsmarkt 2017

Nachdem das Team move – bestehend aus engagierten Studierenden der Hochschule Neu-Ulm (HNU) – im März 2017 im Foyer der Hochschule eine Kaffeeblindverkostung durchgeführt hat, sollten im Rahmen des Weihnachtsmarktes in Neu-Ulm auch die BürgerInnen der Stadt darüber entscheiden dürfen, was besser schmeckt: fair gehandelter Kaffee oder konventioneller Markenkaffee? Hierzu wurde zusammen mit der Stadt Neu-Ulm eine Kaffeeblindverkostung auf dem Neu-Ulmer Weihnachtsmarkt durchgeführt.

Kaffeeblindverkostung auf dem Neu-Ulmer Weihnachtsmarkt

Move unterstützt mit dieser Aktion die HNU damit auf dem Weg die Zertifizierung „Fairtrade University“ zu erhalten. Bei der Verkostung wurden vier verschiedene Kaffeesorten zum Probieren angeboten. Neben der Kaffeeblindverkostung wurden am Stand zudem über die Organisation Transfair sowie über das Fairtrade-Siegel informiert, während parallel dazu die Stadt Neu-Ulm auf dem Rathausplatz offiziell als Fairtrade-Town ernannt wurde. Durch die Präsenz auf dem Weihnachtsmarkt sollte nicht nur das Bewusstsein für Fairtrade und fair gehandelte Produkte unter den Besuchern und Besucherinnen des Weihnachtsmarktes geweckt werden, sondern auch gezeigt werden, das fairer Kaffee richtig gut schmeckt.

Zur Verkostung wurden vier unterschiedliche Kaffees angeboten: zwei konventionelle Kaffee-Marken aus dem Supermarkt, eine Kaffeesorte basierte auf biologischem Anbau und eine fair produziert und vertriebene Kaffeesorte. Die Probanden durften am Weihnachtsmarktstand der Stadt Neu-Ulm jeden Kaffee probieren, wussten dabei jedoch nicht, welcher Kaffee ein fair gehandelter ist und welcher nicht.

Zur Bewertung des Geschmacks wurden den Probanden grüne und rote Chips zur Verfügung gestellt. Mit einem grünen Chip konnte Zustimmung und mit einem roten Chip Ablehnung ausgedrückt werden. Nach einer dreistündigen Testphase war die Stunde der Wahrheit gekommen. Die Ergebnisse sprachen für sich: Der faire Kaffee schnitt mit Abstand am besten ab, gefolgt vom Kaffee aus biologischem Anbau. Die konventionellen Kaffees belegten lediglich Platz drei und vier. Die Verkostung zeigt: Fairer Kaffee trifft also nicht nur den Geschmack der Studierenden der Hochschule Neu-Ulm, sondern auch den der Bürgerschaft.

Akkreditierungen und Zertifikate