Die HNU auf dem Weg zur Fairtrade-University

Nachhaltige Kosmetik im Rahmen des Vorstellungstages der studentischen Initiativen

MOVE-Infostand im Foyer der HNU

Das studentische Team „MOVE“ der Hochschule Neu-Ulm organisierte für den Infomarkt der studentischen Initiativen am 21. März eine Aktion rund um das Thema nachhaltige und faire Kosmetik. Um neben den Informationen über Zertifikate, Inhaltsstoffe und Tierversuche eine Selbsterfahrung zu ermöglichen, konnten Produktproben von Dr. Hauschka verteilt werden. Die nachhaltig produzierten Masken, Hand- und Körpercremes stießen bei den Studierenden auf großes Interesse.

Wer sich in deutschen Drogeriemärkten umsieht, wird es bemerkt haben: Kosmetik mit fair produzierten und nachhaltigen Inhaltsstoffen, die ohne Tierversuche hergestellt wird, gewinnt zunehmend an Bedeutung. Die Motive um auf sogenannte „grüne“ Kosmetik umzusteigen, können ganz unterschiedlich sein. Ein Beweggrund kann die Vermeidung von Verpackungsmüll sein, ein anderer die faire Produktion der Inhaltsstoffe oder die Vermeidung von Tierversuchen.

Täglich produzieren die Menschen weltweit große Mengen Müll, wovon ein nicht unbeträchtlicher Anteil auf Verpackungsmaterialien entfällt. Diese schwer abbaubaren Substanzen (Kunststoffe, Alufolie, beschichtete Papiere u. A.) werden oftmals unbedacht weggeworfen und gelangen insbesondere in Ländern, in denen keine bzw. eine unzureichende Müllentsorgung vorhanden ist, direkt in Meere und Ozeane, in denen sie sich zu schwimmenden Plastikmüllinseln formieren. Über die Nahrungskette gelangen die Materialien in den Organismus von Mensch und Tier. Ein Verzicht auf Verpackungsmaterial liegt deshalb nahe. Wer Verpackungsmüll vermeiden möchte, kann sich in spezialisierten Geschäften, zum Beispiel Original Unverpackt oder Lush, umschauen. Hier werden unverpackte Pflegeprodukte, wie Haarwaschseife und Körperbutter, angeboten. Ein kleiner Schritt mit Wirkung ist der Umstieg auf große Verpackungseinheiten bei häufig benutzen Lieblingsprodukten. So lässt sich ganz einfach der Plastikverbrauch verringern. Experimentierfreudige können auch selbst Shampoo herstellen, beispielsweise aus Roggenmehl.

Es gibt viele gute Gründe, um auf fair produzierte Inhaltsstoffe zu achten. Die Produzenten bekommen dadurch eine leistungsgerechte Bezahlung und beziehen ein stabileres Einkommen. Alle Erzeuger erhalten eine Fairtrade-Prämie, die in langfristige und gemeinnützige Projekte, wie zum Beispiel Bildung, investiert werden kann. Mit dem Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit kann Kindern der Schulbesuch und Frauen ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht werden. Zudem profitieren die Arbeitskräfte von deutlich besseren Standards in Sachen Gesundheitsschutz. Der Kauf von Fairtrade-Produkten ist deshalb keine einmalige Spende, sondern leistet einen nachhaltigen Anteil zur Verbesserung der Lebensbedingungen. Zudem ist die Produktivität von Fairtrade-Kleinbauern meist höher und es entstehen weniger Reste und Ausschussprodukte.

Da „Naturkosmetik“ kein geschützter Begriff ist, kann man als Konsument leicht die Orientierung verlieren. Um Studierende auf ihrer Suche nach fairer Kosmetik zu unterstützen, konnte MOVE darüber aufklären, welche Siegel und Zertifikate welche Bedeutung haben und auf was Studierende beim Kauf von Kosmetik achten sollten.

Wer einen besonderen Wert auf Produkte legt, welche nicht an Tieren getestet wurden oder tierische Inhaltsstoffe beinhalten, der sollte beim Kauf auf das Zertifikat „VeganBlume“ achten. Das Zertifikat garantiert den Konsumenten, dass die damit ausgezeichneten Produkte ohne tierische Inhaltsstoffe und tierversuchsfrei sind. Das von der Vergan Society England vergebene Siegel kennzeichnet nicht nur Kosmetikprodukte, sondern auch vegane Lebensmittel.

Um das Fairtrade Logo verwenden zu dürfen, muss eine bestimmten Menge an Fairtrade-zertifizierten Rohstoffen enthalten sein. Bei „leave-on“ Produkten (z. B. Cremes und Make-up) müssen dies mindestens 5 Prozent der Inhaltsstoffe sein. Bei „wash-off“ Produkten (z. B. Duschgel und Shampoo) mindestens 2 Prozent. Die Berechnung erfolgt bei beiden Produktformen jeweils auf Grundlage aller Inhaltsstoffe inklusive Wasser.

Das MOVE Team bedankt sich herzlich bei denn`s Biomarkt Neu-Ulm, der 150 Kosmetikproben von Dr. Hauschka zur Verfügung stellte.


Ein Blick über den „Kaffeetassenrand“ hinaus – Die HNU im Rahmen der Bewerbung als Fairtrade University of Applied Sciences zu Gast auf dem Neu-Ulmer Weihnachtsmarkt mit Fairtrade-Kaffee

Kaffee-Blindverkostung auf dem Neu-Ulmer Weihnachtsmarkt 2017

Nachdem das Team „MOVE“ – bestehend aus engagierten Studierenden der Hochschule Neu-Ulm (HNU) – im März 2017 im Foyer der Hochschule eine Kaffeeblindverkostung durchgeführt hat, sollten im Rahmen des Weihnachtsmarktes in Neu-Ulm auch die BürgerInnen der Stadt darüber entscheiden dürfen, was besser schmeckt: fair gehandelter Kaffee oder konventioneller Markenkaffee? Hierzu wurde zusammen mit der Stadt Neu-Ulm eine Kaffeeblindverkostung auf dem Neu-Ulmer Weihnachtsmarkt durchgeführt. MOVE unterstützt mit dieser Aktion die HNU damit auf dem Weg die Zertifizierung „Fairtrade University“ zu erhalten. Bei der Verkostung wurden vier verschiedene Kaffeesorten zum Probieren angeboten. Neben der Kaffeeblindverkostung wurden am Stand zudem über die Organisation Transfair sowie über das Fairtrade-Siegel informiert, während parallel dazu die Stadt Neu-Ulm auf dem Rathausplatz offiziell als Fairtrade-Town ernannt wurde. Durch die Präsenz auf dem Weihnachtsmarkt sollte nicht nur das Bewusstsein für Fairtrade und fair gehandelte Produkte unter den Besuchern und Besucherinnen des Weihnachtsmarktes geweckt werden, sondern auch gezeigt werden, das fairer Kaffee richtig gut schmeckt.

Zur Verkostung wurden vier unterschiedliche Kaffees angeboten: zwei konventionelle Kaffee-Marken aus dem Supermarkt, eine Kaffeesorte basierte auf biologischem Anbau und eine fair produziert und vertriebene Kaffeesorte. Die Probanden durften am Weihnachtsmarktstand der Stadt Neu-Ulm jeden Kaffee probieren, wussten dabei jedoch nicht, welcher Kaffee ein fair gehandelter ist und welcher nicht.

Zur Bewertung des Geschmacks wurden den Probanden grüne und rote Chips zur Verfügung gestellt. Mit einem grünen Chip konnte Zustimmung und mit einem roten Chip Ablehnung ausgedrückt werden. Nach einer dreistündigen Testphase war die Stunde der Wahrheit gekommen. Die Ergebnisse sprachen für sich: Der faire Kaffee schnitt mit Abstand am besten ab, gefolgt vom Kaffee aus biologischem Anbau. Die konventionellen Kaffees belegten lediglich Platz drei und vier. Die Verkostung zeigt: Fairer Kaffee trifft also nicht nur den Geschmack der Studierenden der Hochschule Neu-Ulm, sondern auch den der Bürgerschaft.

Akkreditierungen und Zertifikate