Forschung an der Hochschule Neu-Ulm (HNU)

Stromversorgung von ländlichen Gebieten auf den Philippinen über Micro-Grids mit erneuerbaren Energie-Ressourcen (REMIGREE)

Projektbeschreibung

Das Projekt „Stromversorgung ländlicher Gebiete der Philippinen mit Micro-Grids und erneuerbaren Energieressourcen“ (REMIGREE) verfolgt einen dualen Ansatz im Umfeld der technologieorientierten Wirtschaftsförderung. Es besteht aus den Komponenten „Technologietransfer“ und „Wissensvermittlung“. Das technologische Ziel ist der Aufbau von dezentraler Stromerzeugung und -versorgung mithilfe von dezentralen Stromnetzen, sogenannten Micro Grids.

Viele ländliche Gebiete der Philippinen beziehen ihren Strom dezentral aus Solarmodulen. Ihre Leistung von 1 kW reicht aber lediglich für die Stromversorgung in Haushalten. Zur Elektrifizierung von Kleingewerbe sind leistungsfähigere Anlagen erforderlich. Ziel ist daher, hybride Micro-Grid-Systeme im Niedrigleistungsbereich bis 120 kW auf der Kombination verschiedener erneuerbarer Energieressourcen wie Sonne, Biomasse und Wasser zu entwickeln. Biomasse steht in Form von landwirtschaftlichen Abfällen zur Verfügung, wie Reisstroh, Bambus oder Zuckerrohrmelasse.

Parallel zur Erforschung und Entwicklung einer geeigneten Technologie sind zur erfolgreichen langfristigen Akzeptanz der Micro-Grid-Systeme geeignete Trainings- und Ausbildungsprogramme für die lokale Bevölkerung vorgesehen. Denn nur die Kenntnis der Wirkungszusammenhänge der verwendeten Technologien gewährleistet eine nachhaltige Nutzung vor Ort.

Neben der Vermittlung von technischem Know-how fördert das Projekt ein tieferes Verständnis für betriebswirtschaftliche Zusammenhänge und die Entwicklung von Entrepreneurship, d.h. von unternehmerischem Denken und Handeln. Fernziel ist die Nutzung der neu gewonnenen Elektrizität zur Gründung von kleinen Betrieben, um die Wertschöpfung vor Ort und damit die Schaffung von Arbeitsplätzen zu ermöglichen.

Mit dem geplanten Projekt eröffnen sich für deutsche Hersteller interessante Perspektiven in der Produktentwicklung von Holzvergasungsanlagen zur Stromerzeugung oder Mikro-Hydrokraftwerken.

Die Hochschule Neu-Ulm (HNU) kann dieses Projekt nutzen, um Abrechnungsmodelle zu entwickeln und empirisch zu überprüfen, die auf die Anwendung in Elektrizitätssystemen zugeschnitten sind, in denen Ressourceneffizienz und Verfügbarkeit von Strom die prägenden Einflussgrößen sind. Im Rahmen der Energiewende werden dezentrale Netze immer wichtiger, daher wächst die Relevanz dieses Themas auch für die deutsche Energiewirtschaft.

Ausblick

Langfristiges Ziel ist es, ein funktionsfähiges Micro-Grid als Pilot zu errichten, das dann als Kristallisationspunkt zur Ausbreitung der Technologie dient. Dies wird durch nachhaltige Wissensvermittlung unterstützt, die in folgenden Phasen abläuft:

In der frühen Phase 2013 wurde im Rahmen eines Workshop an der HNU das Beraterteam aufgestellt und weitere Kooperationspartner werden mit einbezogen, z. B. Umweltcluster Bayern e. V. Eine Machbarkeitsstudie unter Beteiligung eines finanziellen Partners aus der Privatwirtschaft ist bis Juni 2014 geplant.

In der Pilotphase ab Juli 2014 wird bis Ende 2015 eine Pilotanlage als Prototyp entwickelt und errichtet. Parallel dazu werden
Trainingsprogramme nach dem „train-the-trainer- System“ entwickelt und erstmals umgesetzt.

Die Phase der Umsetzung ist ab 2016 vorgesehen. Dann beginnen die ersten Maßnahmen für die flächendeckende Verbreitung der Technologie- und Wissensvermittlung.

Kontakt

Professor Dr.
Elmar Steurer Zum Profil

Elmar.Steurer@hs-neu-ulm.de
Phone:
0731/9762-1400
Büro:
Hauptgebäude,ZWEI, 25 BÜRO

Kontakt

Professor Dr.
Bernard Wagemann Zum Profil

emeritierter Professor

Bernard.Wagemann@hs-neu-ulm.de
Phone:
0731/9762-1426
Büro:
Hauptgebäude,ZWEI, 21 BÜRO

Akkreditierungen und Zertifikate