Forschung an der Hochschule Neu-Ulm (HNU)

E-Learning strategy for HOPE Cape Town (HOPE)

Projektbeschreibung

Während einer Projektwoche in Kapstadt entwickelte die Hochschule Neu-Ulm (HNU) gemeinsam mit der südafrikanischen University of the Western Cape (UWC) eine e-Learning Strategie für die Gesundheitsmitarbeiter, sogenannte Community Health Workers, der HOPE Cape Town Association, die sich in den Townships Kapstadts vor allem um HIV- und Tuberkulose-Patienten kümmern.

Lehrende und Studierende beider Hochschulen erarbeiteten in gemeinsamen Projektgruppen Rahmenbedingungen für eine weiterführende e-Learning Strategie der HOPE Cape Town Association. Die Teams erforschten nötige Voraussetzungen und ein mögliches Design von „Mobile Learning“. Als wissenschaftliche Grundlage schufen sie ein Sechs-Stufen-Modell, das die Lerngewohnheiten und -bedingungen der Zielgruppe integrierte und technische sowie organisatorische Voraussetzungen berücksichtigte. In Interviews und Usability-Tests analysierten die deutsch-südafrikanischen Gruppen die Bedürfnisse der Gesundheitsmitarbeiter, ihr Lernumfeld, ihre Vorkenntnisse und IT-Kompetenzen sowie die individuelle Interaktion mit Inhalt und Gestaltung der Kurse. Die Ergebnisse wurden mit bestehenden Initiativen anderer südafrikanischer und internationaler Organisationen verglichen.

Das Team für Lernformen um Professor Dr. Olaf Jacob führte Interviews mit den Gesundheitsmitarbeitern und dem medizinischen Personal von HOPE und analysierte, wie diese bevorzugt lernen. Dabei wurde ein besonderes Augenmerk auf die individuellen Fähigkeiten, z.B. in Bezug auf IT-Kenntnisse, gelegt. Die Ergebnisse flossen dann in die Arbeit des Teams für die technischen Aspekte und Werttreiber ein. Unter Leitung von Professor Dr. Heiko Gewald analysierte es die technischen Rahmenbedingungen, die den sinnvollen Einsatz des e-Learnings möglich machen und erarbeitete Empfehlungen zur bestmöglichen Nutzung in den unterschiedlichen Arbeitssituationen – ob vor Ort in den Townships, in Kliniken oder zu Hause. Darüber hinaus wurden die organisatorischen Rahmenbedingungen beleuchtet, die Voraussetzung für eine erfolgreiche Nutzung sind. Dazu zählt beispielsweise die Einrichtung einer zentralen Supportfunktion, die im Problemfall schnell Abhilfe schaffen kann, aber auch die Einbindung des e-Learnings in den Tages- und Wochen- ablauf der Gesundheitsmitarbeiter. Das Prototypen-Team unter Leitung von Professor Danny Franzreb entwickelte und testete medizinische Kursmodelle für verschiedene Mobilgeräte auf Basis der auch an der HNU verwendeten e-Learning-Plattform moodle. Die Gruppe für Organisation und Benchmarking konzentrierte sich auf die Nachhaltigkeit des gesamten Projekts. Dieses Team führte, geleitet von Professor Dr. Ulrike Reisach, vor der Exkursionswoche eine vergleichende Bewertung ähnlicher Lernplattformen von südafrikanischen und internationalen Institutionen durch. Inhaltlicher Fokus lag dabei nicht nur auf HIV/AIDS sondern auch auf der Vermittlung von Basiswissen im Bereich Wirtschaft und Unternehmen. Nachdem die analysierten Internet-Plattformen mit den Gesundheitsmitarbeitern getestet worden waren, stellte das Team Empfehlungen auf, wie sich HOPE ein nachhaltiges „Ökosystem“ für e-Learning aufbauen kann. Dazu wurden während der Projektwoche Kontakte zu potentiellen Partnerinstitutionen für ein Netzwerk mit Universitäten sowie staatlichen und nicht-staatlichen Organisationen in Südafrika geknüpft.

Ergebnisse

Arbeitsergebnisse und Empfehlungen wurden HOPE in einem gemeinsamen Abschlussbericht zur Verfügung gestellt. Neben einer Analyse des Status quo zeigt er die notwendigen nächsten Schritte auf, mit deren Hilfe HOPE sein e-Learning-Angebot erweitern und ein Partner-Netzwerk aufbauen sollte. Weiterführende und evaluierte Lernplattformen wurden in Form einer kommentierten „short list“ in die bestehende HOPE e-Learning Plattform integriert. Sie bieten ergänzendes Lehrmaterial sowie Zugang zu medizinischem Fachwissen und verwandten Themen. Zusammenfassend stellt der Bericht eine Rangliste von Empfehlungen vor, die der HOPE-Stiftung zur Umsetzung nahegelegt wurden, um das e-Learning Konzept erfolgreich zu implementieren. Den Gesundheitsmitarbeitern stehen nun vier Tablet-PCs sowie zwei Lerneinheiten zur Verfügung. Wenn diese in den vorgeschlagenen Rahmen eingebettet werden, dann ist das eine gute Grundlage für die nachhaltige Nutzung der e-Learning-Anwendung.

Ausblick

Das e-Learning-Projekt wird von der HNU langfristig weiter begleitet. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Professor Dr. Heiko Gewald finden regelmäßiger Informationsaustausch und Besuche vor Ort statt. So wurde beispielsweise das anfangs vorgeschlagene Konzept nochmals angepasst und die Bedeutung einzelner Maßnahmen unterstrichen, um den Gesamtnutzen des Projekts zu steigern. Die eingeleiteten Maßnahmen zeigen Wirkung, sodass die effektive Nutzung der e-Learning-Plattform bereits gesteigert werden konnte.

Kontakt

Professor
Danny Franzreb Zum Profil

Leitung Kompetenzzentrum Media & User Experience

Danny.Franzreb@hs-neu-ulm.de
Phone:
0731/9762-1515
Büro:
Hauptgebäude,EINS, 28.2 BÜRO

Kontakt

Professor Dr.
Heiko Gewald Zum Profil

Forschungsprofessor für Informationsmanagement
Direktor am Institut für Dienstleistungsmanagement (CROSS)

Heiko.Gewald@hs-neu-ulm.de
Phone:
0731/9762-1521
Büro:
Hauptgebäude,EINS, 40 BÜRO

Kontakt

Professor Dr.
Olaf Jacob Zum Profil

Vizepräsident für Forschung und Digitalisierung
Studiengangleiter Master of Business Intelligence and Business Analytics
Leitung Kompetenzzentrum Data Science & Business Analytics

Olaf.Jacob@hs-neu-ulm.de
Phone:
0731/9762-1200
Büro:
Hauptgebäude,ZWEI, 4 BÜRO

Kontakt

Professor Dr.
Ulrike Reisach Zum Profil

Alumnibeauftragte der Fakultät Informationsmanagement
Internationalisierungsbeauftragte der Fakultät Informationsmanagement

Ulrike.Reisach@hs-neu-ulm.de
Phone:
0731/9762-1512
Büro:
Hauptgebäude,EINS, 38 BÜRO

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