Forschung an der Hochschule Neu-Ulm (HNU)

Characterisation of Freight Transportation Models (CFTM)

Projektbeschreibung

e-Mobility spielt für die nachhaltige Entwicklung von Großstädten nicht nur im Personen-, sondern auch im Güterverkehr eine zunehmend interessante Rolle. Von hybriden und rein batteriegetriebenen LKW (die an statischen Ladestationen aufgeladen werden) über Konzepte zum Nachladen während der Fahrt (z.B. über Stromabnehmer aus Oberleitungen oder Induktionsschleifen in der Fahrbahn) bis hin zu schienengebundenen Güterverkehrskonzepten (z.B. Cargo-Tram) gibt es bereits eine ganze Reihe von vielversprechenden Einsatzbereichen von e-Mobility im Güterverkehr.

Die Bewertung der verkehrlichen, ökologischen und wirtschaftlichen Auswirkungen solch neuer e-Mobility-Konzepte für die Transportwirtschaft in Mega-Cities kann unter anderem durch entsprechend geeignete Güterverkehrsmodelle erfolgen. Sowohl die Leistungsfähigkeit eines solchen Modells, aber insbesondere auch die für das Modell benötigten Eingangsdaten sind entscheidend für die Qualität der Untersuchungen.

Abb1: (a) SADT Prinzip nach Ross, D. T, »Structure Analysis (SA): A Language for Communicating Ideas«, IEEE Transactions on Software Engineering, vol. SE-3, no. 16-34, 1977. (b) unsere Interpretation des SADT-Modells für Güterverkehrsmodelle

Die Auswahl eines geeigneten Modells ist daher ein wichtiger Schritt in der Untersuchungsvorbereitung und hängt von einer Vielzahl von Eigenschaften der jeweiligen Modelle ab. In der Literatur gibt es daher bereits einige Ansätze, solche Güterverkehrsmodelle zu kategorisieren.

Ziel des Projekts »Characterisation of Freight Transportation Models« (CFTM) war es, einen neuen Charakterisierungsansatz für die verschiedenen Güterverkehrsmodelle zu erstellen, der insbesondere sowohl die benötigten Eingangs- als auch die erzeugbaren Ausgangsdaten der Modelle möglichst transparent macht.

Ergebnisse

Die Ergebnisse des Projekts sind zum einen Darstellungen der verschiedenen Güterverkehrsmodelle in SADT (Structured Analysis and Design)-Diagrammen, wodurch die Eingangs- und Ausgangsdaten der Modelle transparent werden.

Zum anderen wurden auch verschiedene Anwendungsfälle (scopes) der Modelle methodisch differenziert. Dabei wurden die Modelle zum einen in Bezug auf geografische (urbane, regionale, nationale und internationale), modale (geeignet für Straße, Schiene, Pipeline, Binnenschiff etc.) und verkehrliche (geeignet für Güter- und/oder Dienstleistungsverkehr) Anwendungsmöglichkeiten unterschieden. Außerdem wurden die Modelle danach charakterisiert, wie sie die Transportgüter differenzieren (nach Ladungsgröße, nach Produktklassen, nach Industrien, nach Value-Chain-Zugehörigkeit) z.B. ob Transport vom Produzenten zum Großhändler oder vom Großhandel zum Einzelhandel und ob sie die verschiedenen Abwicklungsarten im Güterverkehr (Ganzladungsverkehre, Teilladungsverkehre, Sammel- und Verteilverkehre) abbilden können oder nicht.

Ausblick

Im Rahmen des Projekts wurde bisher nur ein sehr grober Versuch unternommen, die Modelle in Bezug auf ihre jeweils modellinterne Algorithmik zu charakterisieren.

Eine detaillierte und schematisierte Charakterisierung der jeweiligen Modellalgorithmen wurde im Rahmen des Projekts bisher noch nicht unternommen. Eine solche weiterführende Charakterisierung der Modelle wäre aber eine konsequente Fortsetzung des bisherigen Forschungsansatzes.

Ansprechpartner

Professor Dr.
Oliver Kunze Zum Profil

Professor für das Forschungs- und Lehrgebiet Betriebswirtschaftlehre mit Schwerpunkt Ressourcenrisikomanagement

Oliver.Kunze@hs-neu-ulm.de
Phone:
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Büro:
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Akkreditierungen und Zertifikate