Forschung an der Hochschule Neu-Ulm (HNU)

Management von Rohstoffpreisrisiken im industriellen Einkauf

Projektbeschreibung

Die komplexe Situation auf den internationalen Beschaffungs- und Absatzmärkten stellt die Unternehmen vor schwerwiegende Herausforderungen. Unkontrollierte Auf- und Abwärtsbewegungen der Rohstoffpreise mit unterschiedlichen Schwankungsbreiten erschweren zunehmend eine zuverlässige Planung und erhöhen den Druck auf ein effizientes Kostenmanagement. Insbesondere Branchen, bei denen ein großer Anteil der Gesamtkosten aus Energie- und Rohstoffaufwendungen besteht, sind hiervon betroffen. Dazu gehören sowohl Rohstoffproduzenten als auch Unternehmen, deren Umsatzerlöse beziehungsweise Produktkosten zu einem Großteil durch den Aufwand für Material und Energie bestimmt werden. Rohstoffpreisabsicherungen stellen ein wesentliches Instrument im Risikotransfer für solche Unternehmen dar. Im Vergleich zu Sicherungsinstrumenten in anderen Bereichen des Finanzmarktes weisen die zur Sicherung der Rohstoffpreise verwendeten Finanzinstrumente typische Besonderheiten auf.

Im Projekt »Management von Rohstoffpreisrisiken im industriellen Einkauf« werden zum einen die wesentlichen Merkmale besagter Sicherungsinstrumente in Bezug auf Rohstoffe beschrieben, zum anderen werden verschiedene Absicherungsstrategien für drei börsengehandelte Industriemetalle – Aluminium, Kupfer und Nickel – untersucht. 

Ergebnisse

Bei den Metallen Kupfer und Nickel führen rollierende Sicherungsstrategien über 24 Monate zu einem positiven Sicherungseffekt gegenüber dem Einkauf zu jeweils geltenden Marktpreisen. Unternehmen mit einem hohen Einkaufsvolumen werden in Bezug auf die beiden Rohstoffe befähigt, den Risikotransfer durch die Umsetzung dieser Sicherungsstrategie zu optimieren. Die systematisch rollierende Sicherungsstrategie über 24 Monate führt nicht nur zu erhöhter Planungssicherheit, sondern auch zu einem Kostenvorteil.

Die Betrachtung der Energie- und Rohstoffpreisrisiken zeigt darüber hinaus, dass viele Bereiche eines Unternehmens von den Auswirkungen der Schwankungen auf den Beschaffungsmärkten betroffen sind. Neben dem Einkauf und der Logistik sind gleichermaßen die zentralen Bereiche des Risikomanagements und des internen und externen Rechnungswesens sowie des Corporate Treasury involviert. Die Etablierung eines aktiven Risikomanagements zur zeitnahen und umfassenden Identifikation und Bewertung von drohenden Preisrisiken stellt daher eine unerlässliche Aufgabe für die Unternehmensführung dar.

Dziergwa, K. / Million, C. / Steurer, E,. (2016): Management von Rohstoffpreisrisiken im industriellen Einkauf, in: Controller Magazin, 01/2016, VCW Verlag für Controlling Wissen, Freiburg, S.73-80.

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