Die Einfahrt ins Wiley Süd

Willkommen am Eingang zu den USA Army Wiley Barracks - bitte halten Sie Ihren Ausweis bereit.

Um 1953 wohnten rund 8000 Militärs und ihre Familien im Wiley. Ein Jahr später ersetzte ein großes Gebäude das kleine Pförtnerhäuschen. Gefolgt von einem Stahltor, Schlagbaum und Stacheldraht.

Heute ist davon nichts mehr zu sehen. Am 26. Juli 1991 wurden die Wiley Barracks offiziell geschlossen und damit das Gelände für die zivile Bevölkerung geöffnet. Doch dies stellte eine Herausforderung an die Stadt Neu-Ulm dar. Was sollte aus dem Gelände werden? Insgesamt 140 Hektar, davon 42 Hektar im Wiley Süd, benötigten einen neuen Bebauungsplan. Heute befindet sich hier ein großes Wohngebiet.

Aus Wiley Chapel wird Friedenskirche

Blickt man nach links, sieht man die 1953 von der US Army erbaute Wiley Chapel. Seit 1992 heißt sie Friedenskirche und bietet den Baptisten Ulm/Neu-Ulm eine Bleibe. Nach Investitionen von 200.000 Mark kehrte in dem Gotteshaus wieder Leben ein. Aus alten Army Büros im Keller wurden Gruppenräume, in welchen unter anderem eine Sonntagsschule angeboten wird. Im Hintergrund zu sehen: Die alte Arts&Crafts Halle, auf deren Gelände heute die Hochschule Neu-Ulm steht.Auch das „Bus Stop“-Schild ist weg. Eine Bushaltestelle gibt es hier aber immernoch.

Arts&Crafts

Auf den Flächen des Arts&Crafts hat sich einiges getan. Die Mehrzweckhalle, die unter anderem als Spielstätte namhafter Bands wie den Toten Hosen diente, ist dem unverwechselbaren Neu-Ulmer Hochschulgebäude gewichen. Der Neubau der Fachhochschule erfolgte 2006 und verbindet ein innovatives Energiekonzept mit hoher Funktionalität und einzigartigem Design. Im Erdgeschoss liegen Mensa, Bibliothek und drei große Hörsäle, verbunden durch ein großzügiges Foyer. In den beiden Obergeschossen befinden sich 16 Hörsäle, 14 Seminarräume, sieben EDV- bzw. Sprachlabore mit moderner medientechnischer Ausstattung sowie sechs Clubs.

Das frühere US Casino

Der Name ist gleich geblieben: „Wiley Club“. Auch sein Zweck ist fast gleich geblieben: „Restaurant der gehobenen Klasse“. Bis 1991 als Restaurant für hochrangige Militärs genutzt, können heute auch normale Bürger den Club besuchen.

„Budweiser-Bier war billig, die Burger legendär. Roter Samt, Plüsch und viel Holz dominierten. Innen US-Gemütlichkeit – außen meterhoher Stacheldraht und schwer bewaffnete Wachposten.“
Quelle: Als die USA mitten in Neu-Ulm begannen:
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Brücke ins Wiley

Diese Brücke verbindet noch heute die beiden Gelände Wiley Nord und Wiley Mitte. Damals gehörte die Europastraße (B10) nicht zum amerikanischen Gelände. Somit erbaute das 110. Regiment der 28. US-Infanterie-Division die Brücke, um nicht bei jeder Überfahrt das amerikanische Territorium zu verlassen. Heute ist sie für den zivilen Verkehr frei.

Das Dietrich Theater

Die Infrastruktur im Wiley wurde ab 1953 nach und nach ausgebaut. Neben einem Bowling Center und Clubs wurde das Dietrich Theater errichtet. Noch heute hat es seinen Namen und viele Besucher lassen sich von den Blockbustern aus Hollywood beeindrucken. Auch ein American Diner ist heute im neuen Anbau integriert. Ein Hauch Amerika-Feeling auch nach dem Abzug.

Ein Hauch Amerika

Schon die US Army liebte ihren Bowling-Sport. Doch das Gebäude des „New Bowling Center“, das heute in der Memminger Straße steht wurde damals als Einkaufszentrum der Army genutzt. Das Gebäude auf dem Bild ist das ehemalige Bowlingcenter, welches heute nicht mehr existiert. Nur noch eine Betonplatte und ein markanter Grundriss sind in der heutigen Curd-Jürgens-Straße in der Nähe des Wiley Parkhauses zu erkennen.

Aus der Panzerwaschanlage wird ein Biotop

Die ehemalige Panzerwaschanlage hat sich völlig verändert. Wo vorher noch ein Wasserbecken war, sieht man heute grüne Flächen soweit das Auge reicht. Das einzige, was heute noch von der alten Panzerwaschanlage übrig geblieben ist, ist die Mauer auf der rechten Seite.

Kuriose Sicht auf den Wasserturm

Spaziergang durch die heutige Washingtonallee. Früher ragte hier noch der Grenzzaun hoch im Gelände, heute ist es ein Wohngebiet mit dutzenden parkenden Autos. Grenzrelikte sind keine geblieben. Nur der Wasserturm hat die Jahre überdauert.

Ausfahrten Wiley Süd und Wiley Mitte

Der „kleine Checkpoint Charlie“ ist aufgelöst. 1990 wurden der Zaun und das Pförtnerhäuschen entfernt, sodass heute eine ungehinderte Einfahrt möglich ist. Geblieben ist der 1952 erbaute Wasserturm, der damals als Hauptversorgungseinheit für rund 8000 Militärangehörige diente. Heute ist er das Wahrzeichen des Geländes und dient als Logo für den Bürgerverein Wiley.

„Als Dokument der Zeitgeschichte, Zeugnis des Misstrauens des ehemaligen Kriegsgegners, das zum Aufbau einer autarken US-eigenen Wasserversorgung führte, des Wandels durch die Konversion der Militäranlagen nach Ende des Kalten Krieges und nicht zuletzt durch seine weithin ausstrahlende Dominanz gebührt dem 38 Meter hohen Wiley-Turm bleibender Schutz“
Quelle: Neu-Ulmer SPD-Stadtrat Ulrich Seitz

Mitwirkende

Historische Fotos: Stadtarchiv Neu-Ulm
Musik, Fotos, Texte, Gestaltung: Frank Ebbers, Michael Fürsich, Christian Reindl, Martina Wahl